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Verkaufspreis:
€ 14,90

Walter Pichler

Fotocredit: Elfie Tripamer/OTS/Elfie Tripamer

Art News

WALTER PICHLER.

Skulpturen Modelle Zeichnungen im MAK

Nur selten schickt Walter Pichler (* 1936), einer der bedeutendsten visionären Künstler der Gegenwart, seine Skulpturen auf Reisen. In einem alten Gehöft im burgenländischen St. Martin hat Pichler, ein Grenzgänger zwischen Skulptur, Architektur und Zeichnung eine Skulpturenanlage geschaffen, in der jede der Plastiken ihren eigenen individuellen Raum besitzt. Eine der seltenen Gelegenheiten zur Auseinandersetzung mit Pichlers wesentlichen Werkgruppen bietet sich ab 27. September 2011 in der Ausstellung "Künstler im Fokus #11. Walter Pichler. Skulpturen, Modelle, Zeichnungen" im MAK.

Walter Pichler begreift Kunst als Programm. Er entzieht sich der Dynamik der aktuellen Kunstproduktion und arbeitet sehr langsam, oft viele Jahre an einer Skulptur, wobei er immer wieder Themen erneut aufgreift. Ausgangspunkt aller Arbeiten ist die Zeichnung, die - für sich eigenständig - gemeinsam mit der Skulptur und der Architektur ein narratives Netzwerk umspannt. Das immanente Spannungsverhältnis von Skulptur und Architektur ist prägend für sein Gesamtwerk.

Ende der 1950er Jahre entstanden Pichlers erste plastische Arbeiten, anschließend entwickelte er utopische Architekturmodelle zu Stadtplanungen und Bauten. 1963 veröffentlichte er, im Zuge einer gemeinsamen Ausstellung mit Hans Hollein in der Galerie nächst St. Stephan in Wien, sein legendäres Manifest "Architektur". Seine architektonischen Objekte und Environments im Grenzbereich von Skulptur und Design spiegeln in ihrer Konzeption gesellschaftliche Szenarien wider. In der Produktion seiner Werke suchte er immer wieder innovative Wege, entnahm Anleihen aus der Auto- und Raumfahrtindustrie und setzte neuartige Materialien wie Kunststoffe, Aluminium oder pneumatische Elemente ein. Die meisten seiner Objekte sind zur Benützung gedacht, wobei der menschliche Körper als Parameter der Gestaltung fungiert.

In seiner Arbeit als Bildhauer und Architekt bleibt Walter Pichler bis heute minimalistischen Gestaltungskriterien treu. Die Objekte sind axial und streng frontal aufgebaut, wobei einzelne Elemente archaische Formen aufgreifen. Pichler behandelt die Skulptur als kultisches Objekt, eingebettet in ein flexibles Rezeptionssystem. Der Aufbau des Ateliers in St. Martin hatte nicht nur maßgeblichen Einfluss auf Pichlers ausgewählte Materialikonografie, wie die Verwendung von gefundenen Hölzern, Lehm, Stein oder Knochen, oder das enge Zusammenspiel von Produktion und Präsentation. Einzigartig ist auch die Art und Weise, wie Pichler die Skulptur in seiner Kunstanlage kontextualisiert und seit Jahrzehnten etappenweise, jeweils im Rahmen öffentlicher Ausstellungen, in neue allegorische Zusammenhänge stellt.

Ausstellungsort: MAK-Schausammlung Gegenwartskunst, MAK, Stubenring 5, Wien 1
Ausstellungsdauer: 27. September 2011 - 26. Februar 2012

(OTS)

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