Alexander Teissig:
Wie stellt sich die Galerietätigkeit in der heutigen Zeit dar, was hat sich geändert, und wo liegen die besonderen Herausforderungen?
Dr. Christian Meyer:
Zeiten der Krise sind Zeiten einer genaueren Selektion, aber gleichzeitig auch die Möglichkeit zu neuen Experimenten und ein Aufbruch zu neuen Horizonten.
Alexander Teissig:
Sie sind derzeit ja auch der Vorstand des Österreichischen Galerienverbandes – was tut dieser, und warum sollten Galerien Mitglied werden?
Dr. Christian Meyer:
Der Österreichische Galerienverband vertritt erstens die Standesinteressen der österreichischen Galerien, vor allem auch gegenüber der Politik, insbesondere im Hinblick auf die Kunstförderung, aber auch etwa im Hinblick auf legislative Änderungen (z. B. Folgerecht). Zweitens versucht der Galerienverband durch die Initiierung von Projekten wie „curated by“, aber auch durch eine Vortragsreihe im Depot (z. B. Sammlergespräche) das Format „Galerie“ als Produktionsplattform und Kompetenzzentrum darzustellen.
Alexander Teissig:
Wie begegnet man als Galerist zurzeit der Konjunktur und ihren Schwankungen?
Dr. Christian Meyer:
Insistieren auf erworbene Positionen und verstärktes Engagement in Bezug auf Messebeteiligungen und Neuvorstellung jüngerer Kunstpositionen.
Alexander Teissig:
Gibt es 2010 Highlights in der Kunstlandschaft in Österreich?
Dr. Christian Meyer:
Die heimische Galerienszene ist nicht nur ausschließlich auf die österreichische Kunstlandschaft konzentriert, dennoch ist es bemerkenswert, dass neben den wichtigen institutionellen Ausstellungen sich die Albertina dazu entschlossen hat, ihre Museumsräume für eine Kunstmesse, die so genannte „Art Albertina“, zu öffnen. Die Messe versucht sich als Nischenmesse im internationalen Kunstgeschehen zu positionieren indem sie sich nicht nur auf alte, sondern auch auf zeitgenössische Meisterzeichnungen konzentriert.

